„Seit 1875 ehrenamtlich
für Sie im Einsatz“
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„Ihr wart da. So geht Feuerwehr.“ - Neu-Isenburger Feuerwehrleute für langjähriges Engagement geehrt

31.10.2026

„Die beste Ausstattung hilft nichts ohne engagierte Menschen, die sie benutzen.“ Gleich zu Beginn der Feierstunde machte der 1. stellvertretende Stadtbrandinspektor Thomas Kick klar, worauf es bei der Freiwilligen Feuerwehr vor allem ankommt: Auf die, sie sich ehrenamtlich engagieren. Fünf von ihnen wurden heute für ihren jahrelangen Einsatz geehrt.

Bevor die staatliche Ehrung vollzogen wurde, stellte der Neu-Isenburger Wehrführer Thomas Schulze die Geehrten näher vor: "Vom Jugendfeuerwehrmann zum Stadtbrandinspektor in 25 Jahren", sagte er in Richtung von Philipp Tsangos - "wer hätte das an dem Abend im Oktober 2000 ahnen können, als du deinen ersten Ausbildungsdienst in der Jugendfeuerwehr absolviert hast." Thomas Schulze, damals selbst Jugendwart der FFNI, blickte auf die Karriere des 37-Jährigen zurück, der nach seinem Studium seine Leidenschaft für die Feuerwehr auch zum Beruf gemacht hat. "Trotzdem bist du uns im Ehrenamt geblieben", ergänzte er dankbar.

Wehrführer stellt Jubilare vor

Im Anschluss ging der Wehrführer auf die "vier von 1986" ein - und sprach dabei von Olaf Columbus, Jochen Müller, Jens Multer und Oliver Stork, die alle für ihren mittlerweile vier Jahrzehnte andauernden aktiven Dienst ausgezeichnet wurden.

"Olaf, was wir besonders an dir schätzen: Du bist für uns eine Quelle an Wissen, auf die wir gerne zurückgreifen. Wer dich etwas fragt, bekommt eine Antwort - eine ausführliche." Der 55-jährige hat in seiner aktiven Zeit bei der Feuerwehr über viele Jahre die "GABC-Messgruppe" geleitet, um nur eines seiner vielen Wirken für die Feuerwehr zu nennen. Die GABC-Messgruppe (Gefahrstoff-ABC-Messgruppe) ist eine spezialisierte Einheit der Feuerwehr bzw. des Katastrophenschutzes für Einsätze mit Atomaren, Biologischen und Chemischen Gefahren.

"35 Jahre Einsatzabteilung, zehn davon als Wehrführer: 40 Jahre Feuerwehr, genau genommen ein ganzes Leben", setzte Thomas Schulze die Vorstellung fort und sprach dabei in Richtung von Jochen Müller (52). Beruflich hat Müller der Weg ebenfalls zur Feuerwehr geführt: "Nach einem kleinen Schlenker über die Stadtverwaltung bist du heute stellvertretender Leiter des Fachbereichs 37 bei der Stadt (Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz). Darüber hinaus ist Jochen Müller außerdem derzeitiger Vorsitzender des Feuerwehrvereins.

Insgesamt fünf staatliche Ehrungen standen auf dem Programm

"Vieles von dem, was ich heute in diesem Amt tue, habe ich bei dir abgeschaut", sprach der Wehrführer in Richtung von Jens Multer, seinem Vorgänger in dieser Funktion. Die gemeinsame Geschichte begann aber schon früher: Als Thomas Schulze seinen ersten Einsatz als Einsatzleiter vom Dienst absolvierte, saß Jens Multer neben ihm im alten Mercedes-Kommandowagen. Insgesamt ist Jens Multer in 31 Jahren seiner 40 Jahre langen Feuerwehrzugehörigkeit in Führungsfunktion unterwegs - und auch er hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht: Der 56-Jährige arbeitet bei der Werkfeuerwehr am Frankfurter Flughafen.

"Wenn es nach dir ginge", spricht Thomas Schulze abschließend den vierten Jubilar Oliver Stork an, "wäre der alte Mercedes-Kommandowagen heute noch im Dienst." Neben der Feuerwehr, bei der der 57-Jährige bei den Frankfurter Brandschützern ebenfalls das Hobby zum Beruf gemacht hat, ist das Schrauben an historischen Mercedes-Benz-Fahrzeugen seine zweite große Leidenschaft.

Bei der Feuerwehr "bist du geblieben, wo du warst: Kein Amt, keine Wahl, aber bei jedem Alarm die Frage, ob genug Leute auf dem Fahrzeug sitzen - und du warst einer von denen, die saßen."

Fünf Wege durch die Feuerwehr-Laufbahn - ein gemeinsamer Nenner

Eines, konstatierte der Wehrführer ist allen Jubilaren gemein: "Ihr wart da. Nicht, wenn es gepasst hat, sondern wenn der Melder gegangen ist. So geht Feuerwehr." Auch den Partnern und Familien der Geehrten sprach er seinen Dank aus: Für Rückendeckung und Unterstützung bei ihrem wichtigen, aber größtenteils unkalkulierbaren Hobby. "Diese Ehrung gehört ein gutes Stück auch euch."

Staatliche Ehrungen im Namen des hessischen Innenministers Poseck

Der stellvertretende Kreisbrandinspektor Thomas Peters nahm im Anschluss stellvertretend für den hessischen Innenminister Roman Poseck die staatlichen Ehrungen vor. Philipp Tsangos erhielt dabei das hessische Brandschutzehrenzeichen in Silber, Olaf Columbus, Jens Multer, Jochen Müller und Oliver Stork das hessische Brandschutzehrenzeichen in Gold.

Auch er betonte das Engagement der Geehrten, auch auf Landkreis-Ebene: zum Teil als Ausbilder, zum Teil als Verbandsführer. Neben den Auszeichnungen des Landes überreichte er im Namen des Kreisfeuerwehrverbands und des Bezirksfeuerwehrverbands Ansteck- und Ehrennadeln in Bronze an Philipp Tsangos und in Silber an Olaf Columbus, Jens Multer, Jochen Müller und Oliver Stork.

Bürgermeister von der Feuerwehr beeindruckt

Auch Neu-Isenburgs Bürgermeister Dirk-Gene Hagelstein übermittelte Dank und Anerkennung für das jahrzehntelange ehrenamtliche Wirken.

Vor kurzem erst sei ihm eindrucksvoll vor Augen geführt worden, wie effizient, ruhig, aber gleichzeitig zielgerichtet das Einsatz-Geschehen von den Einsatzkräften abgewickelt werde: Bei einem Brandeinsatz in der Taunusstraße sei er ins Grübeln gekommen, wie so eine Einsatzlage wohl von ihm und seinen Kollegen in der Politik angegangen würde.

Er kam zu dem Schluss, dass man vermutlich erst einmal ausdiskutieren würde, welche Schläuche wohl die besten wären und mit welchen Fahrzeugen man denn am ehesten ausrücken solle.

Jenseits dieser scherzhaften Aufarbeitung betonte Hagelstein aber das "sehr gute Miteinander von Politik und Feuerwehr" und wie "fair und sachlich" die Debatten geführt würden, wenn es beispielsweise um die Neuanschaffung von Ausstattung oder auch einen zweiten Feuerwehrstandort in der Stadt ginge.

Urkunden auch vom Feuerwehrverein

Der Rechnungsführer des Feuerwehrvereins übernahm schließlich noch die Auszeichnung der Geehrten in dessen Namen: "Der Vorsitzende ist ja schließlich selbst unter den Geehrten, da mache ich das gerne."

In den überreichten Urkunden wurde der Bedeutung der Ehrenamtler für das Gemeinwohl noch mal besonderes Gewicht gegeben:

"Auch in Zeiten, in denen das Ehrenamt in der Gesellschaft nicht an jeder Stelle mehr die Wertschätzung erfährt, die es vielleicht verdient, lasst ihr euch davon nicht beeindrucken und helft uneigennützig und engagiert, wenn Hilfe gebraucht wird", heißt es dort im Text.

Anerkennungsprämien und Beförderungen - unterbrochen von einem Brandeinsatz

Unter Mitarbeit des hessischen Landesfeuerwehrverbandes trat 2011 ein Erlass in Kraft, nachdem freiwilligen Feuerwehrleuten in Hessen für langjährige Dienste in den Einsatzabteilungen eine Anerkennungsprämie verliehen werden kann. Während der Veranstaltung wurden insgesamt 13 Feuerwehrleute für ihren langjährigen aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet:

Niklas Knitter, Lukas Milkau, Luke Novitzki, Tim Seliger (jeweils 10 Jahre)
Lars Gottschalk, Alexander Kröcker, Philipp Tsangos (jeweils 20 Jahre)
Thomas Prager, Niels Tiessen, Kornelia Werner (jeweils 40 Jahre)
Thomas Bernhard, Joachim Kügler, Hans-Jürgen Poths (jeweils 50 Jahre).

Unterbrochen wurden die Feierlichkeiten dann von einem Brandeinsatz in der Bansastraße: Eine Frau hatte Essen auf dem eingeschalteten Herd vergessen, was dann für eine Verrauchung ihrer Wohnung gesorgt hatte. Das Essen wurde vom Herd genommen, die Wohnung vom Rauch befreit, die Frau kam zur näheren Untersuchung ins Krankenhaus.

Bevor der Ehrungstag dann seinen Abschluss im gemütlichen Beisammensein fand wurden zuvor noch zahlreiche Beförderungen ausgesprochen.

Isabel Passet wurde zur Feuerwehrfrau, Florian Obst und Alexander Stork zu Feuerwehrmännern ernannt. Luke Novitzki und Tahsin Shakoor erhielten eine Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann. Niklas Knitter ist jetzt Löschmeister, Tim Wagner Oberlöschmeister. Last but not least trägt der 1. stellvertretende Stadtbrandinspektor Thomas Kick ab heute den Dienstgrad Hauptbrandmeister.