1975 - 2000
Modernisierung

Zu dieser Zeit platzte das Feuerwehrhaus in der Offenbacher Straße endgültig aus allen Nähten. Einige Fahrzeuge mussten sogar im Freien abgestellt werden, da in den Fahrzeughallen nicht mehr genug Platz war.

Das neue Zuhause seit 1984 - Der Feuerwehrhauptstützpunkt in der St.-Florian-StraßeNach langen Diskussionen entschied man sich dazu, an einem anderen Standort weiter außerhalb einen Neubau entstehen zu lassen. Dieser wurde 1984 am heutigen Standort in der St. Florian Straße fertiggestellt und konnte am 3. September des Jahres mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht werden. Beinahe gleichzeitig wurde die Feuerwehr Neu-Isenburg zur Hauptstützpunktfeuerwehr für den Kreis Offenbach. Dies bedeutet, dass neben der Zuständigkeit für die eigene Gemeinde auch überregionale Aufgaben auf Kreisebene wahrgenommen werden. Das neue Gebäude wurde sehr großzügig gestaltet und genügt bis heute den Anforderungen.

Neu war zum damaligen Zeitpunkt die Einführung der EDV für Verwaltung und Einsatzbearbeitung. So liefert zum Beispiel auch heute noch eine Datenbank via Bildschirm und Drucker in Sekundenschnelle wichtige Informationen über Gefahrstoffe und Unternehmen, die vorher mühsam aus dicken Nachschlagewerken zusammengesucht werden mussten. Der Rechner dient weiterhin zum Auswerten der Kurzmitteilungen des Funkmeldesystems, einer Einrichtung, die standardisierte Funksprüche durch einen Code ersetzt und so den Funkkanal entlastet.

Trotz der schlechten finanziellen Lage in den achtziger Jahren, konnte der Stand von Technik und Ausbildung stetig verbessert und den Bedürfnissen angepasst werden.

Beispielsweise wurden überalterte Fahrzeuge durch Neubeschaffungen ersetzt.
Immer schwieriger wurde es für die Feuerwehr, bei Einsätzen tagsüber Personal ins Feuerwehrhaus zu bekommen: Viele der Einsatzkräfte arbeiteten außerhalb der Stadt oder waren im Betrieb nicht mehr so leicht abkömmlich. Auch nahm die Bereitschaft der Arbeitgeber, ihre Mitarbeiter zum Feuerwehreinsatz freizustellen, stetig ab. Eine Situation, die sich bis heute nicht verändert hat. Bei der heutigen Arbeitsplatzsituation ein sicherlich verständlicher, aber auch sehr bedauerlicher Umstand.

1987 trat die erste Frau in die Einsatzabteilung der Feuerwehr ein, und auch aus der Jugendfeuerwehr werden zwei Mädchen übernommen.

Die Einführung einer neuen Generation der Einsatzbekleidung begann 1990. Die Feuerwehr wurde komplett mit Einsatzjacken aus Nomex-III-Kunstfaser, einem besonders flammhemmenden, wärmeundurchlässigen und auch bedingt säurebeständigen Material ausgestattet. Überhosen, Handschuhe und Kopfschutzhauben wurden später noch angeschafft.

Wie richtig dieser Schritt war, zeigte sich ein paar Jahre später in Marburg: Zwei Kameraden der dortigen Wehr erlitten bei einem Brand in einem Sport-Center schwerste Brandverletzungen, die mit Einsatzbekleidung aus Nomex vermeidbar gewesen wären. Erst aufgrund dieses Unglücks wurden in Hessen alle Feuerwehren mit einer Grundausstattung dieser neuen Uniformen ausgerüstet.

Die Einsatzzahlen pendelten sich in den letzten Jahren bei etwa 400 bis 450 Stück ein. Eine Zahl, die noch vor 25 Jahren undenkbar erschien.

Bei den Einsätzen handelt es sich jedoch um immer mehr Hilfeleistungen, die Zahl der Feuer ist rückläufig. Wird die Feuerwehr allerdings zu einem Feuer gerufen, so handelt es sich nicht selten um ein Großfeuer. Oft ist die Neu-Isenburger Wehr hier auch in den Nachbargemeinden im Einsatz.

Der Kauf von Fahrzeugen beschränkte sich in den letzten Jahren auf Ersatz- und Neubeschaffungen infolge veränderter Einsatzschwerpunkte: 1993 ersetzte der neue RWG 2 gleich drei alte Fahrzeuge. Für Hilfeleistungen und Gefahrguteinsätze war damit alles auf einem Fahrzeug untergebracht.

1998 ersetzte eine neue DLK 23/12 die alte DL 30 von 1963. Sie war immerhin 35 Jahre im Dienst der Feuerwehr, und sie bleibt zusammen mit dem LF 16 von 1961 als historisches Fahrzeug erhalten.

Teil 14: Ein grosses Jubiläum mit einer neuen FührungTeil 16: Ein neues Jahrtausend

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