1925 - 1950
Wachablösung + technische Neuerungen

1933 starb Ortsbrandmeister und Kreisbrandinspektor Karl Nuß am 10. Juni nach einem Einsatz an einem Herzschlag. Sein Tod war für die Neu-Isenburger Wehr ein herber Schlag. Bei seiner Beisetzung waren Delegationen von Wehren aus ganz Deutschland anwesend, ein Beweis für die Wertschätzung, der sich Karl Nuß weit über die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus erfreut hatte.Gruppenfoto von 1933 anläßlich der Beerdigung von Karl Nuß

Das zu diesem traurigen Anlass aufgenommene Foto vor dem Feuerwehrhaus zeigt neben Mannschaft und dem modernen Fuhrpark jedoch auch die Vorboten einer neuen Zeit: Neben Trauerflor und hessischer Fahne wehte schon das Hakenkreuz.

Sein Nachfolger wurde Georg Leichter, der am 10. Juli zum Ortsbrandmeister ernannt wurde. Mit ihm fand man einen würdigen Nachfolger für Karl Nuß.

Auch Georg Leichter wurde als Lehrer an die Feuerwehrschule in Friedberg berufen und am 17. Juli 1933 übertrug man ihm ebenfalls das Amt des Kreisbrandinspektors.

Technisch ging es in den folgenden Jahren immer weiter bergauf. Unter anderem wurde 1934 die „Stille Alarmierung“ eingeführt, bei der die Feuerwehrleute im Einsatzfall nicht mehr über Sirenen oder Kirchenglocken, sondern über, in den Wohnungen installierte, elektrische Alarmglocken alarmiert wurden. Diese waren an die so genannte Weckerlinie angeschlossen, über die auch die öffentlichen Feuermelder an das Feuerwehrhaus angeschlossen waren. In einer ersten Aktion wurden 25 Glocken installiert, so dass der Sirenenalarm nur noch in Ausnahmefällen ausgelöst werden musste.

1934 konnte man mit Hilfe der bereits beschafften und einigen zu Feuerwehrfahrzeugen umgebauten Automobilen die Bespannung der Fahrzeuge mit Pferden aufgeben. Man verfügte somit über einen ansehnlichen und für Schnelligkeit garantierenden Fuhrpark.

1937 feierte man im großen Rahmen den achtzigsten Geburtstag von Ehrenkommandant Gottlieb Roll und gleichzeitig dessen 50-jährige Zugehörigkeit zur Wehr. Ein Jubiläum, das auch heute noch recht selten zu Feiern ist.

Der in Eigenleistung aus einem Maybach-Pkw umgebaute, sprichwörtliche  „Geräteschnellwagen“ - mit 120 km/hAls etwas verfrühtes Weihnachtsgeschenk stellte man im Dezember 1938 das wohl bis heute spektakulärste Fahrzeug in Dienst.

Aus einem Maybach-Pkw baute die Feuerwehr unter Leitung von Edmund Gomersky in der eigenen Werkstatt einen „Geräteschnellwagen“. In fast 1.700 Arbeitsstunden entstand ein dreiachsiges Fahrzeug, das damals sicherlich eines der schnellsten in ganz Deutschland war. Selbst auf seiner Abschiedstour 1961 erreichte der Maybach noch 120 km/h.

Teil 9: Persönlichkeiten über die Stadtgrenzen hinausTeil 11: Schwarze Tage der Feuerwehr: Zweiter Weltkrieg

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