1900 - 1925
Der erste Weltkrieg

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges reduzierte die Personalstärke der Feuerwehr schlagartig von 57 auf 19. Die anderen Mitglieder wurden zum Kriegsdienst einberufen. Da so der Brandschutz nicht mehr zu gewährleisten war, wurde eine sogenannte „Pflichtfeuerwehr“ ins Leben gerufen: Sämtliche im Stadtgebiet noch verbliebenen, männlichen Einwohner zwischen achtzehn und fünfzig Jahren wurden zum Feuerwehrdienst verpflichtet, so schnell und einfach, wie dies unter Kriegsrecht möglich war.

Da Angriffe auf die Zivilbevölkerung im Ersten Weltkrieg noch sehr selten waren, stiegen die Anforderungen mit dem Krieg auch nicht sonderlich an.

Pferdebespannte Magirus Drehleiter D VIWelche Lücken der Krieg gerissen hatte wurde erst nach der Kapitulation 1918 deutlich.
Neunzehn Kameraden kehrten nicht mehr aus dem Feld nach Hause zurück, immerhin ein Drittel der gesamten Wehr. Die anderen traten ausnahmslos wieder der Feuerwehr bei. Karl Nuß, trotz seiner Funktion als Ortsbrandmeister ebenfalls zum Kriegsdienst herangezogen, übernahm nach seiner Rückkehr wieder ihre Leitung.

Die Nachkriegsjahre waren vor allem von Materialknappheit gekennzeichnet. So konnte zum Beispiel eine geplante Feuermeldeanlage über zwei Jahre lang nicht hergestellt werden, weil es an Material fehlte. Doch auch unter diesen Umständen leistete man beste Arbeit: 1919 konnte von der Berufsfeuerwehr Stuttgart eine 25 Meter hohe, vierrädrige Steigleiter mit Pferdebespannung gebraucht beschafft werden.

Diese Leiter verfügte über einen Leiterauszugs mittels eines CO2 - Motors. Die Einsatzgeschwindigkeit wurde dadurch wesentlich verkürzt.

Auch personell ging es in diesen Jahren aufwärts. Immer mehr junge Isenburger Männer traten ein. Nach dem verlorenen Krieg bot die Feuerwehr vielen ein positives Gemeinschaftsgefühl.


Teil 4: Karl NussTeil 6: Unruhige Jahre - Währungsreform

© Freiw. Feuerwehr Neu-Isenburg - Stand: 04.08.2002 - Impressum - Sitemap - ChangeLog