1875 - 1900
Die Gründung

Im Jahre 1874 wurde Friedrich Lack zum Bürgermeister gewählt. Er hatte sich auch vorher schon stets für die Verbesserung und den Ausbau der Feuerlöschmöglichkeiten stark gemacht. Er ergriff die Initiative und führte mit einigen Freunden und Mitbürgern Gespräche, um eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen. In einer Versammlung, welche die Gründung einer Wehr zur Tagesordnung hatte, trugen sich spontan 110 Bewerber in eine Liste ein. Nach Bekanntgabe der erarbeiteten Satzung einige Wochen später zogen jedoch 95 Bürger ihre Unterschriften wieder zurück.

Am 12. Mai 1875 war es dann endlich soweit. An diesem Tag wurde die Freiwillige Feuerwehr Neu-Isenburg gegründet und bereits im gleichen Jahr in den Hessischen Landesfeuerwehrverband aufgenommen.

Philipp Ludwig Altstadt - erster K0mmandant von 1875 - 1885Zum erster Ortsbrandmeister wurde Philipp Ludwig Altstadt bestimmt. Er hatte das Kommando über 85 Mann zu führen, die sich doch noch bereit gefunden hatten, aktiv bei der Feuerwehr mitzuwirken. Zunächst galt es der Wehr eine Organisation zu geben: Man bildete zwei sogenannte Züge, in denen jeder einzelne seinen festen Posten zugeteilt bekam. Die Ausbildungsübungen fanden immer sonntags statt und begannen um 6.00 Uhr morgens.

Der aufstrebende Verein rief jedoch auch bald einige Neider auf den Plan, die sich durch die sonntäglichen Übungen, und hier speziell durch das damals übliche Signalblasen, gestört fühlten. Parallelen zur heutigen Zeit werden sichtbar. Das Kreisamt in Offenbach lehnte eine Untersagung des Signalblasens jedoch ab.

Die Mitglieder der Wehr waren mit Idealismus und Begeisterung bei der Sache und opferten viel Zeit und auch Geld, um die ihnen gestellten Aufgaben zur vollen Zufriedenheit der Allgemeinheit erfüllen zu können. Da sich die Gerätschaften in schlechtem Zustand befanden, war zunächst die Anschaffung von Uniformen und der allernötigsten Leitern zu meistern. Nach und nach konnte man etwa 50 neue Helme, Uniformjacken, Hakengurte, einige Feuerwehrbeile sowie ein paar Signalhörner besorgen.

Diese Anschaffungen erforderten von den Feuerwehrmännern eine große Opferbereitschaft, da sie meist einen Griff in den eigenen Geldbeutel bedeuteten. Man musste also nicht nur bei Einsätzen sein Leben aufs Spiel setzen, man musste auch noch Geld dafür bezahlen.

Teil 1: Brandschutz in den KinderschuhenTeil 3: Das erste Feuerwehrhaus

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