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Ein Bericht von Stefan Werner, Fotos von Olaf Columbus.
Grundlage des Einsatzes
Durch das Land Hessen wurden die Informationen im Rahmen der überörtlichen
Hilfe der Hessischen Feuerwehren herausgegeben.
Lage
Der Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt sind von der Hochwasserkatastrophe
betroffen. Die bisher eingesetzten dortigen Kräfte reichen für
die Bewältigung nicht aus. Hessen wurde von beiden Bundesländern
um personelle und materielle Unterstützung gebeten.
Auftrag
Die Landkreise und kreisfreien Städte stellen sich darauf ein, innerhalb
von 24 Stunden nach Aufforderung des HMdI, oder in dessen Vertretung der
Lagedienst der BF Wiesbaden, die angeforderten Kräfte und Gerätschaften
bereit zu stellen.
Einsatzmaterial
Die Einheiten müssen mobil sein. Sie sollen Einsatzmittel für
die Hochwasserbekämpfung mitführen. Möglich ist die Übernahme
des bereits durch die anderen hessischen Einheiten eingesetzte Material.
Marschweg
Der Marschweg , die Anzahl der Marschgruppen, die Treff- und Rastpunkte
sind in eigener Zuständigkeit festzulegen. Die Kolonnen werden durch
laufende Rundumkennleuchten gekennzeichnet.
Führung
Die technische Einsatzleitung wird durch den dienstgradhöchsten Beamten
der jeweiligen hessischen BF gestellt. Die Einheiten ihres Landkreises
bilden einen eigenen Führungskreis mit eigener Abschnittsleitung.
Logistik
Die Versorgung der Einheiten mit Verpflegung, Kraftstoff und sonstigen
Betriebsstoffen ist so zu regeln, dass die Einheiten drei Tage ohne Unterstützung
von örtlichen Kräften arbeiten können.
Schlafutensilien sind aus eigenen Beständen mitzuführen.
Kosten
Die Kosten für Betriebsmittel, beschädigtes und verlorenes Material
sowie Verdienstausfallzahlungen übernimmt das Land Hessen.
Für den Kreis Offenbach - und andere Kreise - wurde der Bereich
Sachsen-Anhalt (Dessau) als Einsatzschwerpunkt festgelegt.
Die Organisation der Kräfte der einzelnen Landkreise und die Festlegung
welche Einheiten in die Katastrophengebiete zu welchen Orten fahren, erfolgt
durch die jeweiligen Landkreise.
Aufgrund dessen wurden die Feuerwehren der Stadt Neu-Isenburg durch den
Kreis Offenbach um Unterstützung gebeten.
Die ersten Kräfte im Einsatz
Am Freitag, den 16.08.2002 erfolgte die Anforderung eines Rüstwagens
(RW 2) zur Unterstützung einer größeren Einheit aus dem
Kreis Groß Gerau.
Als
Abfahrtszeitpunkt wurde der Sonntag, der 18.08.2002 festgelegt. Es trafen
sich Kräfte aus Rodgau und Neu-Isenburg am Feuerwehrhauptstützpunkt
in Neu-Isenburg. Von dort erfolgte die gemeinsame Abfahrt zunächst
bis zur Raststätte Wetterau, wo man sich mit den Kräften aus
dem Kreis Groß Gerau traf um gemeinsam nach Dessau zu fahren.
Der Verband mit den Fahrzeugen aus dem Landkreis Groß-Gerau umfasste
30 Fahrzeuge.
In Dessau erfolgte die Unterbringung in einem Schulgebäude. Kurz
nach dem Eintreffen und dem Bezug der Quartiere, wurde der RW 2 zum ersten
mal eingesetzt.
Aufgabe
des RW 2 bestand darin, Deichsicherungsarbeiten durchzuführen auszuleuchten
und das durchsickernde Wasser mit Pumpen abzupumpen. Zunächst wurde
aktiv an der Deichsicherung mitgewirkt. Dann wurde die Betreuung der Pumpen
und Aggregate übernommen. Die Tauchpumpen mussten regelmäßig
gereinigt werden. Der Einsatz dauerte zunächst bis 09.00 Uhr am morgen
des 19.08.2002.
Danach wurden verschiedene Schichtdienste eingeführt, bei denen
sich das Personal bei der Betreuung der Pumpen abwechselte. Aufgabe war
es wiederum den inzwischen sehr durchweichten Deich zu sichern (dabei
Ausleuchten und Betrieb der Tauchpumpen). Dafür stehen ca. 500 freiwillige
Helfer und um die 400.000 Sandsäcke zur Verfügung.
Erste Ablösung der Kräfte aus Groß-Gerau und Neu-Isenburg
Nach erneuter Anforderung wurden seitens der Feuerwehren der Stadt Neu-Isenburg
eine Ablösung in personeller Form für die Besatzung des Rüstwagens
zusammengestellt.
Die
Ablösung erfolgt am Mittwoch, den 21.08.2002 in Dessau. Hierzu erfolgt
die Fahrt nach Dessau mit dem MTF der Feuerwehr Neu-Isenburg. Der Rüstwagen
wurde vor Ort belassen und wurde nur personell ausgelöst. Bei der
Ablösung handelte es sich um Fahrzeuge aus Dreieich, Hainstadt, Heusenstamm,
Mainhausen, Mühlheim, Neu-Isenburg, Obertshausen, Rodgau und
Seligenstadt.
Als Tätigkeiten wurde die weitere Deichwache und –sicherung
durchgeführt. Sandsäcke wurden gestapelt. Weiterhin erfolgte
die Einteilung zu einer Einheit an einem LF 16 TS. Hier wurden Pumparbeiten
im Ortsteil Waldersee durchgeführt. Die Bevölkerung wurde mit
Material unterstützt.
Erneute Ablösung der Kräfte aus dem Kreis Offenbach
Am Freitag, dem 23.08.2002 erfolgte durch den Kreis Offenbach die weitere
Anforderung von sechs Kräften zur Ablösung. Diese fuhren am
morgen des 24.08.2002 wiederum im Konvoi nach Dessau. Beteiligt waren
Kräfte aus Dietzenbach, Dreieich, Hainstadt, Hausen, Heusenstamm,
Lämmerspiel, Mainflingen, Mühlheim, Obertshausen, Rembrücken,
Rodgau, Rödermark, und Seligenstadt. Diese Kräfte wurden ebenfalls
in verschiedenen Schichten zur Betreuung des Stadtteils Waldersee eingesetzt.
Die Betreuung dieses Stadtteils erfolgte bis zum 27.08.2002.
Eine
Ablösung von Kräften war aufgrund der örtlichen Situation
nicht mehr erforderlich.
Vereinzelt blieb noch Spezialgerät wie Ölsanimat im Einsatz.
Bei den Bewohnern des Stadtteiles stieß das verlassen der Kräfte
auf Unverständnis, da die Arbeiten nicht endgültig abgeschlossen
waren und noch viel Arbeit zu verrichten ist. Diese Arbeiten sollen durch
die umliegenden Feuerwehren des eigenen Bundeslandes durchgeführt
werden.
Der
„Einsatz“ Hochwasser in Dessau wurde mit der Rückkehr
der letzten Kräfte am Dienstag den 27.08.2002 beendet. Seitens der
Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Neu-Isenburg wurden in der Zeit vom
18.08.2002 bis zum 27.08. 2002 während drei Ablösungen insgesamt
440 Gesamteinsatzstunden von insgesamt 11 Feuerwehrmännern geleistet.
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