Einsatzübung am 22.09.01
im Druck- und Verlagshaus

Ein Bericht von Jochen Müller, Fotos von Olaf Columbus.

Am Samstag, 22.09.2001 trafen sich Mitglieder der Feuerwehr Neu-Isenburg, der Stadtteilfeuerwehr Zeppelinheim sowie Helfer der DRK-Ortsvereinigungen Neu-Isenburg und Egelsbach um gemeinsam auf dem Gelände des Druck- und Verlagshauses (hier wird u.a. die Bild-Zeitung und die Frankfurter Rundschau gedruckt) in der Rathenaustrasse eine Übung zu machen.

Um kurz nach 10 Uhr wurde der Einsatzleiter des DRK von der Leitstelle in Dietzenbach über ein Schadensereignis in einer Halle des Druck- und Verlagshauses informiert. "Mehrere verletzte Personen, zwei davon eingeklemmt!" So lautete die Meldung von der Leitstelle. Sofort fuhren der Einsatzleiter und der Rüstwagen der Feuerwehr sowie ein Rettungswagen vom DRK aus dem Bereitstellungsraum zur Einsatzstelle. Die weiteren Fahrzeuge, ein HLF 16 und ein weiterer Rüstwagen seitens der Feuerwehr sowie ein RTW und ein KTW des DRK folgten in kurzen Abständen.

Den zuerst eingetroffenen Kräften bot sich folgende Lage:

Erste Verletzte Person zwischen zwei Druckwalzen eingeklemmt.In einer Rotationsanlage (eine super-große Druckmaschine) war auf der ersten Arbeitsebene ein Arbeiter mit dem Arm zwischen zwei Druckwalzen eingeklemmt. Weiterhin war auf der unteren Ebene der Maschine eine andere Person mit dem Arm in eine Faltmaschine geraten und dort ebenfallseingeklemmt. Eine dritte Person war durch einen Lichtschachtnachunten gestürzt undZweite eingeklemmte Person in einer Falzmaschine.lag mit einem entsprechenden Verletzungsmuster auf einer großen Holzkiste.

Nach Abschluss der Erkundungsmaßnahmen durch die Einsatzleiter der Feuerwehr und des DRK wurden die Kräfte eingeteilt. Die Besatzung eines RTW und die Mannschaft des HLF hatten die Person in der Druckmaschine zu befreien, die Besatzungen der beiden Rüstwagen und eine weitere RTW-Besatzung kümmerten sich um die zweite eingeklemmte Person. Die dritte verletzte Person wurde ebenfalls durch Kräfte des DRK mit Unterstützung der Feuerwehrkräfte betreut und gerettet.

Dritte verletzte Person im Lichtschacht.Die Einsatzkräfte waren zunächst vor die Aufgabe gestellt, die Personen in ihrer jetzigen Zwangslage zunächst medizinisch zu versorgen. Nach Abschluss der Erstversorgung mit wurde mit der Befreiung der Personen begonnen. Im Bereich der Druckmaschine wurde eine Walzenhalterung gelöst und die nunmehr gelöste Walze mit zwei Hebekissen angehoben. Parallel dazu wurde die Walze mit Kanthölzern und Holzkeilen unterbaut, um ein Zurückfallen zu verhindern. Die Rettung gestaltete sich als sehr schwierig, da sich niemand mit der Mechanik und der Technik der Rotationsanlage auskannte. Also mussten die Kräfte improvisieren. Nach einer guten halben Stunde war die Person aus der Druckmaschine befreit und die Kräfte des Rettungsdienstes konnten ihre Versorgung fortsetzen. Maschinenteile werden demontiert, um die verletzte Person zu befreien.

Auch bei der zweiten eingeklemmten Person gestaltete sich die Rettung sehr schwierig. Hier mussten zunächst Abdeckungen abgeschraubt werden, um an die eigentliche Stelle zu gelangen. Da wurde mit einer Metall-Handsäge ein Stück der Maschine abgetrennt. Auf den Einsatz eines Trennschleifers wurde bei der Übung aus Sicherheitsgründen (Farb- und Lackreste, Papierstaub) verzichtet. Nachdem die Sägearbeiten abgeschlossen waren, konnte auch hier die Person befreit und an den Rettungsdienst übergeben werden.

Eingeklemmter Arm in der Falzmaschine.Die dritte Person wurde ebenfalls medizinisch versorgt und unter Einsatz der Schaufeltrage von der Kiste heruntergehoben. Hier war die Feuerwehr nur unterstützend tätig.

Nachdem dann die Einsatzkräfte des DRK die Patienten zum Transport vorbereitet hatten, ging es darum, die Personen aus den sehr engen Anlagenteilen nach unten zu bringen. Da ein Zugang nur über sehr steile und schmale Leitern möglich war, warenhierbei auch noch mal alle Kräfte aufzubringen, um einen sicheren Transport zu gewährleisten.

Ein Hebekissen kam bei der Befreiung der Person aus den Druckwalzen zum Einsatz.Nach einer guten Stunde war die Übung beendet. Alle Verletzten konnten gerettet werden.

Nach Abschluss der Übung, die unter der Aufsicht des Wehrführers der Feuerwehr Neu-Isenburg und eines Notarztes des DRK erfolgte, traf man sich noch mal in der Kantine des Druck- und Verlagshauses zu einem leckeren Essen zusammen. Der Betriebsleiter der Hauses bedankte sich für die Durchführung der Übung und brachte seine Anerkennung für die Leistungen aller Einsatzkräfte zum Ausdruck. Besonders bemerkte er, das er von der professionelle Arbeit der ehrenamtlichen Helfer sehr beeindruckt war.

Auch von Seiten der Feuerwehr und des DRK wurden die Arbeiten entsprechendgelobt. Gleichermaßen ging der Dank an das Verlagshaus wieder zurück, da hier ein Objekt für eine Übung bereitgestellt wurde, welches man nicht jeden Tag zur Verfügung hat.

Das eigentliche Ziel der Übung, die Zusammenarbeit verschiedener Hilfsorganisationen unter schwierigen Bedingungen zu trainieren, wurde auf ganzer Linie erfüllt.

Alle Beteiligten waren sehr zufrieden und es hat trotz aller Anstrengungen viel Spaß gemacht, an der Übung teilzunehmen. Ein Dankeschön an alle, die mit den Vorbereitungen der Übung beauftragt waren.

© Freiw. Feuerwehr Neu-Isenburg - Stand: 01.09.2002 - Impressum - Sitemap - ChangeLog