Jahreshauptversammlungen der öffentlichen Einrichtung und des Feuerwehrvereines am 29.02.2008

Bericht und Foto Andreas Kronhart

JahreshauptversammlungAm 29.Februar 2008 fanden im Feuerwehrhauptstützpunkt in der Sankt-Florian-Straße die diesjährigen Jahreshauptversammlungen (JHV) der öffentlichen Einrichtung und des Feuerwehrvereines statt.

In der JHV der öffentlichen Einrichtung ging Wehrführer Stefan Werner in seinem Jahresbericht zunächst auf das Einsatzgeschehen im Jahr 2007 ein. Hierbei hob er vor allem die Ereignisse rund um das schwere Unwetter am 21. Juni 2007 hervor. Nach dessen Durchzug mussten mehrere Feuerwehren aus dem Landkreis Offenbach und Darmstadt-Dieburg sowie Helfer des Technischen Hilfswerks aus Neu-Isenburg, Seligenstadt und Erlensee die Freiwillige Feuerwehr Neu-Isenburg an insgesamt 250 Einsatzstellen unterstützen.

Die allermeisten Menschen hatten die Feuerwehr gerufen, weil ihre Keller bis zu 1,50 Meter hoch unter Wasser standen. Je nach Intensität des Einsatzes wurden die vollgelaufenen Objekte mit Wassersaugern, Tauchpumpen oder Wasserschiebern vom Wasser befreit. Ein sehr arbeits- und zeitintensiver Einsatz fand im Keller eines Mehrfamilienhauses in der Bahnhofstraße statt. Hier standen Kellerräume ca. 1,50 Meter hoch unter Wasser. Durch den zwar schwächer werdenden, aber dennoch fortwährenden Regen, liefen die großen Sickerbecken am Isenburger Bahnhof und im Neu-Isenburger Stadtteil Gravenbruch, die Millionen Liter Wasser aufnehmen können, so voll, dass das aus den Kellern gepumpte Wasser durch den Regenwasserkanal wieder zurück in die Keller lief. Das Technische Hilfswerk begann daraufhin, unterstützt von einigen Feuerwehreinheiten, Wasser aus den Sickerbecken in den Wald zu pumpen, damit sich die Lage etwas entspannen konnte.

Insgesamt waren bei dem Unwetter 233 Feuerwehrleute und Helfer des THW im Einsatz. Dazu kamen noch sechs Helfer des DRK OV Neu-Isenburg und die DRK Logistikgruppe des Kreises Offenbach, die für die Verpflegung der Einsatzkräfte sorgten. Es kamen hierbei 55 Fahrzeuge zum Einsatz. Der letzte Einsatz konnte am Tag des Unwetters um 23:00 Uhr abgeschlossen werden. Menschen kamen Gott sei dank nicht zu Schaden.

Durch dieses herausragende Umweltereignis ist das Einsatzaufkommen gegenüber dem Vorjahr insgesamt deutlich gestiegen. Die Helfer der Feuerwehr Neu-Isenburg musste zu 713 Einsätzen ausrücken - gegenüber 396 Einsätzen in 2006 ein Zuwachs von rund 80 %! Doch selbst wenn man die 250 Einsätze zu diesem Unwettertermin nicht berücksichtigt waren es mit 462 Einsätzen in 2007 rund 17% mehr als in 2006.

Im Rückblick erfreulich zu erwähnen ist, dass im Jahr 2007 bei Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr Neu-Isenburg die Anzahl der Verletzten, die es zu retten bzw. zu betreuen galt, gegenüber dem Vorjahr wieder gesunken ist: 2007 waren es 60 Personen, im Vorjahr 2006 waren es 67 Personen.

Leider war es auch im Jahr 2007 traurige Pflicht, insgesamt 13 Tote zu bergen. Erwähnenswert hierzu ist, dass sich diese Zahl im abgelaufenen Jahr leider mehr als verdoppelt hat. 2006 mussten Einsatzkräfte der FFNI insgesamt 6 Tote bergen.

Im weiteren Verlauf seines Berichts geht Stefan Werner noch auf einige weitere herausragende Einsatzereignisse aus dem Jahr 2007 ein.

Im Anschluss auf die Einsatzbetrachtung widmete sich der Wehrführer in seinem Bericht der Personalentwicklung im vergangenen Jahr. Zum Ende des Jahres 2007 waren 106 ehrenamtliche Helfer Mitglied der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Neu-Isenburg, 98 Männer und 8 Frauen. Die Personalstärke der Isenburger Jugendfeuerwehr betrug demnach 13, in der Alters- und Ehrenabteilung treffen sich im Moment 15 ehemalige Mitglieder der Einsatzabteilung. Insgesamt wurden im Jahr 197 Mal die ehrenamtlichen Feuerwehrleute über Funkalarm zu Einsätzen gerufen.

Zum Abschluss des Berichts erläutert Werner noch einige Gremien innerhalb der Feuerwehr. Neben dem Feuerwehrausschuss geht er auch auf Messdienst, IUK-Gruppe, Ausbildungsmaterialgruppe, Maschinistenausbilder, Grundausbildungsgruppe, die AG Atemschutz, die AG Alarm- und Ausrückeordnung, die AG „Tag der Offenen Tür“ und die Jugendfeuerwehr ein.

Im anschließenden Bericht des Jugendfeuerwehrwarts Michael Striegl erläutert dieser nochmals ausführlich die Personalentwicklung innerhalb der Jugendfeuerwehr und stellt dann die Aktivitäten der Jugenfeuerwehr, außerhalb des gewöhnlichen Ausbildungsdienstes vor. Hierzu gehörte im Jahr 2007 unter anderem die Teilnahme an einem Megazeltlager der Jugendfeuerwehren Südhessen und eine Jugendfreizeit in den Heide-Park nach Soltau.

Im Anschluss an den Bericht des Jugendfeuerwehrwartes bedankte sich Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Oliver Quilling für das ehrenamtliche Engagement der freiwilligen Feuerwehrleute im abgelaufenen Jahr. Neben dem Bürgermeister nahm auch der 1. Stadtrat Hunkel an der Versammlung teil.

Jens Multer wurde zum neuen stv. Wehrführer gewählt

Im Anschluss an das Grußwort des Bürgermeisters galt es einen neuen stellvertretenden Wehrführer zu wählen. Der bisherige Amtsinhaber Thorsten Buhl stellte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung. Als einziger Kandidat erklärte sich Jens Multer zu einer Kandidatur bereit. Er wurde von der Versammlung in einem Wahlgang mehrheitlich gewählt und nahm die Wahl an.

Kathrin Müller und Jochen Müller wurden als neue Vertreter der Einsatzabteilung gewählt

Auch für den Feuerwehrausschuss mussten zwei Mitglieder nachgewählt werden. Da in diesem Gremium pro 20 Mitglieder ein Vertreter aus den Reihen der Einsatzabteilung vertreten sein muss und die Mitgliederzahl zurzeit 106 beträgt bzw. für Jens Multer der durch seine Wahl zum stellvertretenden Wehrführer qua Amt im Feuerwehrausschuss vertreten ist, war diese Nachwahl erforderlich. Jochen Müller und Katrin Müller konnten bei der Wahl die meisten Stimmen auf sich vereinigen und nahmen beide die Wahl an.

Der Beginn der direkt anschließenden Jahreshauptversammlung des Feuerwehrvereines verzögerte sich aufgrund eines Einsatzes leicht. Der Vereinsvorsitzende Stephan Anthes ließ in seinem Bericht die Aktivitäten des Vereines Revue passieren. Neben dem traditionellen Grillfest im August, standen die Mitwirkung beim Tag der offenen Tür, die „Schwarze Partie“, der Kindernikolaus für die Kinder der Mitglieder der Einsatzabteilung, die Weihnachtsfeier und die Teilnahme beim Neu-Isenburger Weihnachtsmarkt im Alten Ort auf dem Programm.

Rechnungsführer Christian Dexler erwähnte in seinem anschließenden Kassenbericht, dass im Jahr 2007 erfreulicherweise einige fördernde Mitglieder gewonnen werden konnten, die die Feuerwehr finanziell unterstützen wollen. Neben einigen Neu-Isenburger Firmen sind auch einige Privatpersonen dabei.

Von den aktiven Mitgliedern soll auch im Jahr 2008 kein Mitgliedsbeitrag erhoben werden. Die beiden Jahreshauptversammlungen waren gegen 23.00 Uhr beendet.

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