Brennender Tanklastzug auf der A3

Bericht Andreas Kronhart und Thomas Schulze,
Fotos Stephan Andresen, Christian Dexler und die Flughafenfeuerwehr Frankfurt

Ein mit 33.000 Litern verschiedener Kraftstoffe beladener Tanklastzug ist am gestrigen Freitag gegen 17:40 Uhr auf der A3 in der Nähe von Neu-Isenburg zwischen den Anschlussstellen Frankfurt Süd und dem Autobahnkreuz Offenbach verunglückt.

Weil der linke vordere Reifen geplatzt war, geriet der in Richtung Würzburg fahrende Gliederzug ins Schleudern und kam an der Mittelleitplanke zum liegen. Infolge des Unfallgeschehens fing das Fahrzeug Feuer. Der 48-jährige Fahrer konnte sich rechtzeitig aus dem LKW retten, bevor dieser vollständig ausbrannte. Nachfolgende Fahrzeuge konnten noch ausweichen, so dass wie durch ein Wunder keine Menschen im dichten Feierabendverkehr verletzt wurden.

Erste Einsatzkräfte vor Ort... erster Löschangriff mit Tanklöschfahrzeug Einsatzstelle aus der Ferne
weitere Rohre werden in Stellung gebracht

Vermutlich kippte der Anhänger um, riß sich den Tank auf, und der auslaufende Kraftstoff fing sofort Feuer. Es folgte eine explosionsartigen Verpuffung, die dann auch den Tank der Zugmaschine in Brand setzte. Die Kräfte der Freiw. Feuerwehr Neu-Isenburg waren als Erste vor Ort. In kurzen Abständen folgten die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Frankfurt und Offenbach, sowie der Flughafenfeuerwehr Frankfurt.

Die Flughafenfeuerwehr rückte sogar mit zwei ihrer Flugfeldlöschfahrzeuge vom Typ „Simba“ an. Angefordert wurde die Flughafenfeuerwehr von der Berufsfeuerwehr Frankfurt mit dem Stichwort "Unfall mit Tanklastzug", welches einen kleinen Simba (3-Achser) automatisch mit im Unfallzug ausrücken lässt. Bereits auf der Anfahrt forderte der Zugführer der Flughafenfeuerwehr einen großen Simba (4-Achser mit Löscharm) und zwei WLF (Wechselladerfahrzeuge) mit je 6000 Liter AFFF-Schaummittel und einem Anhänger mit einem Tank von 40.000 Litern Wasser nach.

Weitere Kräfte aus Dietzenbach, Dreieich, Langen und Zeppelinheim unterstützten bei den Löscharbeiten. Die Feuerwehren aus Rodgau waren zur späteren Stunde mit ihren PowerMoon-Systemen zur Ausleutung hinzugerufen worden. Zu Beginn des Einsatzes standen Einsatzkräfte aus Heusenstamm und Mühlheim in der Feuerwache Neu-Isenburg in Bereitschaft.

Vorbereitung für den Einsatz unter schwerem Hitzeschutz Weitere Kühlung durch den Snorkle
Ein Teil der ladung brennt noch im Anhänger

Um 18.25 Uhr war das Feuer unter massiven Einsatz von Schaum gelöscht. Zuvor hatte eine hohe, weithin sichtbare Rauchsäule für Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt. Der Rauch und der Gestank von Benzin zog schnell in Teile des angrenzenden Stadtgebiets von Neu-Isenburg, so dass besorgte Bürger für zahlreiche Anrufe bei Polizei und Feuerwehr sorgten.

Eine volle, noch intakte Kraftstoff-Kammer des Anhängers wurde von den Einsatzkräften gekühlt, um ein bersten dieser zu verhindern. Dieser Kraftstoff wurde nach dem Aufrichten der Reste des Anhängers abgepumpt. Die ausgelaufenen, nicht verbrannten Kraftstoffmengen liefen anfangs über die Kanalisation der Autobahn in Gräben des angrenzenden Waldes, bis ein weiteres Ausbreiten durch abdichten der Kanalzuläufe verhindert werden konnte. So konnte auch das Abfließen des über die Fahrbahn verteilten Kraftstoff-Löschmittel-Gemischs in die angrenzenden Grünstreifen unterbunden werden.

Qualmendes Wrack des Gliederzugs völlig ausgebrannt

Über lange Strecken des Einsatzes herrschte in einzelnen Bereichen akute Explosionsgefahr. Die Mengen an Kraftstoff, die bereits in die Kanalisation und in die Gräben gelaufen waren, sorgten für eine 100% UEG (100% der unteren Explosionsgrenze eines Dämpfe-Luft-Gemisches) im Kanal zwischen den beiden Fahrbahnen und in Richtung Würzburg. Diese Kanäle wurden mit Schaum geflutet um die Explosionsgefahr zu minimieren. Im Bereich der Saugwagen der Entsorgungsfirma herrschten fast durchweg 45% UEG.

Rückwärtige Einsatzstelle
 

Das Kraftstoff-Löschmittel-Gemisch wurde über die gesamte Nacht hinweg abgesaugt und der Entsorgung zugeführt. Die Bergung des LKWs übernahmen ein Abschleppunternehmen unterstützt durch die Flughafenfeuerwehr, die Berufsfeuerwehren aus Frankfurt und Offenbach, der Werksfeuerwehr Infraserv und dem THW, welche ebenfalls noch bis in die frühen Morgenstunden tätig waren. Die Werksfeuerwehr Infraserv war als Fachberater Stufe 3 des TUIS angefordert worden. Gegen 3:30 Uhr war der Einsatz für die rund 50 Kräfte der Freiw. Feuerwehr Neu-Isenburg beendet.

Die A3 blieb bis zum Samstag morgen in beide Richtungen voll gesperrt. Erst am Vormittag konnte die Sperrung in Richtung Köln vollständig und in Richtung Würzburg bis auf zwei Fahrstreifen aufgehoben werden. Der Asphalt war durch das Feuer auf eine Länge von rund 100 Metern geschmolzen. Die Sanierungsarbeiten der Fahrbahn werden vermutlich das gesamte Wochenende andauern.

© Freiw. Feuerwehr Neu-Isenburg - Stand: 27.09.2004 - Impressum - Sitemap - ChangeLog